Die Anfänge
Um das Jahr 1870 herum gab es die ersten Bestrebungen, in Lamprechtshausen eine eigene Ortskapelle auf die Beine zu stellen. Bereits vorher gab es die Chor-Streichvereinigung Lamprechtshausen, bei der auch der spätere Gründer der Musikkapelle mitwirkte.
1875 wurde dann die Kapelle unter dem Namen "Brunnbauernmusi" von Franz Winter, Brunnbauer in Schwerting gegründet. Der erste Kapellmeister war Johann Paul Haal, Schulmeister in Arnsdorf.
Auch einige der ersten Notenbücher mit handgeschriebenen Notizen der Musikanten sind noch vorhanden.

Die "Chor - Streich Vereinigung Lamprechtshausen". In der Mitte der Gründer der damaligen
"Brunnbauernmusi" Franz Winter.
Die Kapelle bestand bis zum ersten Weltkrieg, wobei aus dieser ersten Zeit wenig bekannt ist. 1926 bis 1928 drängte der aus Saalfelden stammende Gemeindesekretär Resch zur Wiedergründung der Ortsmusik. Wieder war es ein Lehrer, Leopold Forster aus Eggelsberg, der als Kapellmeister fungierte.
Nach dem Anschluss im Jahre 1938 wirkte die Kapelle unter Otto Koch noch in den ersten Kriegsjahren. Als jedoch die aktiven Musikanten einrücken mussten, zerfiel die Kapelle erneut.

Lehrer Johann Paul Haal. Erster Kapellmeister der Musikkapelle Lamprechtshausen.

Auszug aus dem ältesten Notenbuch der Kapelle mit dem Text: "Angehörig den Musikern in Lamprechtshausen gegründet 1875 von J.P. Haal Lehrer fortgesetzt durch den Musiker Franz Winter in Schwerting 1881".

Die Kapelle 1928 unter Kapellmeister Leopold Forster. V.l.n.r. sitzend: Mühlfellner Johann, Zehentner Friedl (Neuwirt), Weikl Robert (Schmied Bertl), Mühlfellner Martin (Huber), Leopold Forster (Kpm.), Siegmund Resch (Gem. Sekretär), Niederreiter Franz (Lokführer), Josef Gruber (Maier), Armstorfer Johann (Haindl), Scharl Paul (Vierthaler Schwerting).
V.l.n.r.stehend: Nobis Hias, Huber Johann (Pladenbauer), Schierrer Karl (Post), Niederreiter Franz (Buringer), Hofbauer Franz (Scharinger), Höfer Franz (Maschinist), Altendorfer Johann (Huizl), Altendorfer Ludwig (Huizl), Kreuzeder Peter (Lenzbauer), Königsberger Franz (Rieder), Scharl Peter (Vierthaler Schwerting), Höfer Albert (Postler), Buchner Johann (Leister).
Nach 1945
1946 wurde dann der Bürmooser Franz Kostezka als Kapellmeister gewonnen, der die Ortsmusik wieder aufbaute. Zwei Jahre später, 1948, übernahm der Oberndorfer Johann Schaffler die Leitung der Kapelle. Zu dieser Zeit trugen die Musikanten eine von der Eisenbahnermusik stammende Uniform mit Tellerkappen.

Die Musikkapelle unter Kapellmeister Schaffler, Stabführer Josef Hofweirer sen. bei einem Musikerfest der Bürgermusik Mattighofen (vor 1950).
Nicht zu vergessen ist die Zeit von 1949 bis 1952, in der die Kapelle von Friedrich Schiller v. Schildenfeld einem geflohenen Militärkapellmeister aus Rumänien, geführt wurde. Mit seinem absoluten Gehör verstand er es sehr oft die Musiker in Staunen zu versetzen. Anschließend führte
Adolf Landertinger die Kapelle, der aber bereits nach kurzer Zeit unerwartet schnell verstarb. Im Jahr 1952 konnte dann schließlich Josef Kopp aus Bürmoos als Kapellmeister gewonnen werden, der 12 Jahre lang die Geschicke der Ortsmusikkapelle leitete. Unter seiner Leitung wurden viele
Musikfeste besucht, viele hervorragende Plazierungen bei Wettbewerben erzielt und die ersten Auslandsfahrten unternommen.
1955 erfolgte die Neuinstrumentierung und Umstellung auf Normalstimmung. Die Mittel hierfür wurden in erster Linie durch Holzspenden der örtlichen Landwirte aufgebracht. Die Übergabe der Instrumente wurde mit einem großen Fest gefeiert.
Zum 85-jährigen Bestandsjubiläum wurde wiederum ein Fest gefeiert, bei dem Gastvereine aus Nah und Fern in Lamprechtshausen aufmarschierten. 1964 wurde die Kapelle zum ersten Mal in bodenständiger Tracht eingekleidet.

Nach der Neuinstrumentierung 1955. Schlagzeug: Linecker Ferdinand, Fuchs Richard, Schleier Heinrich. Sitzend v.l.n.r.: Altendorfer Christian, Irl Johann, Mayer Johann, Fuchs Ferdinand. Mitte v.l.n.r.: Größlhuber Franz, Niedermüller Peter, Scharl Peter, Gangl Franz, Maschinsky Rudolf, Meier Markus, Stadler Martin, Hofweirer Josef, Eder Franz, Gruber Hermann. Hinten v.l.n.r.: Meier Andreas, Niederreiter Johann, Salzlechner Franz, Nobis Martin, Frauenschuh Ludwig, Gruber Adolf.

Instrumentierung 14. August 1955. Elise Zehentner (Maxdorf) spendete damals das heute noch in Verwendung stehende Maketender-Horn.

Hochzeit von Gottfried und Katharina Eder am 27. Mai 1958, Schneiderbauer in Zettlau. Die Musikanten v.l.n.r.: Mayer Johann, Scharl Peter, Hofweirer Josef, Schwarz Johann, Frauenschuh Franz, Größlhuber Franz,
Gangl Franz, Meier Markus, Meier Andreas, Frauenschuh Ludwig, Niedermüller Peter.

1960 feierte die Kapelle das 85 jährige Bestehen. Am 18. Mai 1964 wurde die erste "grüne" Tracht eingeweiht.
Von vorne linls: Größlhuber Franz, Scharl Friedrich, Scharl Peter, Mayer Johann, Leitner Franz, Oberascher Felix, Karl Georg, Jindra Johann, Nobis Martin, Gangl Franz, Frauenschuh Franz, Frauenschuh Ludwig, Wagner Franz, Zehentner Alfons, Meier Johann, Meier Markus, Schleier Heinrich, Stadler Siegfried, Zinner Othmar, Stadler Martin.
1966 übernahm Georg Karl die Kapelle. In dieser Zeit wurden mehrere Auslandsfahrten unternommen, bei der die Lamprechtshausner international große Wertschätzung erlangen konnten (Heppenheim, Rheinland-Pfalz, Schützenfest in Wolfsberg, Vimoutiers (F), St. Pölten...). Der musikalische Schwerpunkt verlagerte sich damals vermehrt auf Unterhaltungsmusik für Tanzveranstaltungen und Bierzelte, da die Lamprechtshausner bei solchen Anläßen gern gesehen und gehört wurden. Da in Lamprechtshausen neben der Trachtenmusikkapelle auch ein Musikverein geführt wird gibt es zwei Obmannfunktionen. 1967 folgte Martin Stadler dem vorher amtierenden Josef Hofweirer sen. als Obmann der Kapelle. Gleichzeitig führte Othmar Beutel den Musikverein. In diesem Jahr wurde die Kapelle als Preisträger eines landesweiten Wettbewerbs erstmals zu Rundfunkaufnahmen eingeladen. Nach 5 Jahren des Wirkens von Georg Karl übernahm 1971 Josef Hofweirer die Funktion des Kapellmeisters. 1974 fand dann unter riesiger Beteiligung von Gastkapellen und Bevölkerung das 100-jährige Bestandsjübiläum statt. In diesem Jahr kam es auch zum Obmannwechsel des Musikvereins. Oberst a. D. Othmar Beutel legte damals aus Alters- und Gesundheitsgründen seine Funktion zurück. Er wurde für seine vielfältigen Funktionen zum Ehrenobmann ernannt. Ihm folgte Oberschulrat Sepp Aigner aus Arnsdorf, der mit viel Fingerspitzengefühl das Amt führte. Sepp Aigner wurde später auch als Mundartdichter und Kustos des "Arnsdorfer Stille-Nacht Museums" eine große Persönlichkeit der Gemeinde Lamprechtshausen und besonders des Ortes Arnsdorf

Am 8. Juli 1972 signierte der Kaisersohn Otto von Habsburg in Braunau einige Notenblätter. Die Musikkapelle umrahmte damals eine Rede, zu der Otto von Habsburg ausnahmsweise nach Österreich einreisen durfte.
Von Mai 1979 bis 1983 übte Franz Frauenschuh das Amt des Kapellmeisters aus. Er erwarb sich große Verdienste um die Ausbildung des Nachwuchses und war besonders auf dem Gebiet der Unterhaltungsmusik ein gern gesehener Dirigent.

Die Kapelle mit Georg Karl als jungen Kapellmeister (ab 1968).
Vorne v.l.n.r.: Stadler Siegfried, Größlhuber Franz, Leitner Franz, Kaltenegger Marianne, Kpm. Georg Karl, Obm. Beutel Othmar, Schlager Maria, Scharl Peter, Altendorger Christian, Johann Mayer sen.
Zweite Reihe: Zinner Othmar, Oberascher Felix, Stadler Martin, Zehentner Alfons, Wagner Franz, Meier Markus, Fuchs Ferdinand, Egger Johann, Vitzthum Ludwig, Schlager Matthias, Fersterer Josef
Hinten: Meier Andreas, Gangl Franz, Salzlechner Franz, Koller Johann, Gruber Adolf
Als 1983 Georg Karl zum zweiten Mal das Amt des Kapellmeisters übernahm, kam auf sein Engagement hin, wieder eine Fahrt nach Frankreich (1984) zustande. Lamprechtshausen war damals zu Gast in Le Mans, wo die Kapelle als Festmusik beim internationalen Folklore-Festival engagiert wurde. Eine zweite Frankreichfahrt unter seiner Amtszeit führte 1986 nach Villefranche bei Toulouse (wobei auch Marseille und Monaco besichtigt werden konnten).
Zu dieser Zeit war immer das Stefanikonzert der Höhepunkt des musikalischen Jahres, wo jedesmal Perlen der Blasmusik - auch in solistischer Hinsicht - dargeboten wurden. Als Obmann des Musikvereines fungierte seit 1976 bis zum Jahr 1990 OSR Sepp Aigner aus Arnsdorf. Er übergab das Amt an Martin Stadler. Dieser war bis dahin Obmann der Musikkapelle. Er übergab diese Funktion bei seinem Antritt als Vereinsobmann an Gottfried Riefler aus Riedlkam, der dies bis 1997 ausübte. 1991 trat dann Martin Stadler als Vereinsobmann zurück. Gottfried Riefler übernahm daraufhin zusätzlich den Musikverein, es gab seither immer nur einen Obamnn. Von 1997 bis 2005 übte dieses Amt unser Bassist Severin Lackner aus.

Die Kapelle unter Kapellmeister Georg Karl bei ihrer Reise nach Villefranche (F) im Jahre 1986
1987 übernahm Felix Weiss aus St. Pantaleon den Dirigentenstab. Die Jahre ab 1987 waren geprägt von vielen Aktivitäten. Das jährliche Konzert wurde auf das Frühjahr verlegt und stand einige Male auch unter ganz besonderen Schwerpunkten (z.B. 1000 Jahre Österreich oder "Die Orchesterprobe" u.a.). Neben mehrmaliger Teilnahme am Fest zur Festspieleröffnung gab es auch noch einige Fahrten ins Ausland (Pöhlde / Harz). Musik in Bewegung wurde ein Schwerpunkt im musikalischen Jahr, dadurch konnten einige Male auch Rasenshows dargeboten werden. Ein Höhepunkt der letzten Jahre war sicherlich die Neueinkleidung im Jahre 1994 wobei in diesem Zuge die Farbe der Stutzen von dunkelgrün auf beige geändert wurde. Ein großer Teil der für diese Neueinkleidung nötigen Mittel wurde von der Bevölkerung beim alljährlichen Neujahranblasen gespendet. Am Festtag zeigte die Kapelle in Form einer Rasenshow sehr deutlich die Leistungsfähigkeit und das hohe Niveau der "Lamprechtshausner".
Musikerfoto aus dem Jahre 1990 unter Kapellmeister Mag. Felix Weiss
Vorne v.l.n.r.: Fersterer Anna, Meier Katrin, Gradl Dagmar, Greifeneder Melanie, Schleier Gerhard, Absmanner Franz, Armstorfer Georg, Kpm. Weiss Felix, Altendorfer Christian, Haring Stefanie.
Zweite Reihe: Mühlfellner Martin, Perschl Gottfried, Niederreiter Peter, Kratochwill Manfred, Gwechenberger Georg, Furtner Hans-Peter, Fersterer Johann, Gwechenberger Balthasar, Gwechenberger Walburga, Wagner Roland, Manglberger Elisabeth, Mayr Martin.
Dritte Reihe: Mayer Johann, Scharl Hans-Peter, Scharl Peter, Kücher Friedrich, Fersterer Martin, Moosmüller Josef, Frauenschuh Johann, Nobis Walter, Eder Manfred.
Vierte Reihe: Spitzauer Josef, Riefler Gottfried, Gradl Johann, Spitzauer Heidi, Meier Andreas, Gradl Christian, Gwechenberger Josef, Meier Markus, Gradl Reinhard, Zehentner Alfons.
Fünfte Reihe: Leitner Franz, Meier Markus, Karl Norbert, Meier Johann, Salzlechner Franz, Lackner Severin, Sigl Johann, Fokter Georg.
Aktuell
Geführt wird die Kapelle von Obmann Josef Gwechenberger und Kapellmeister David Oberascher.
Die Trachtenmusikkapelle Lamprechtshausen hat im Jahr ca. 60 Ausrückungen zu bewältigen, wozu eine Probenarbeit von ungefähr 70 Gesamt- und Teilproben nötig ist.
Neben dem musikalischem Höhepunkt, dem alljährlichen Frühjahrskonzert in der Turnhalle, tritt die Kapelle des öfteren zusammen mit den Ortsvereinen auf, wobei hier mit allen eine sehr gute Verbindung gepflegt wird, sei es bei Jahreshauptversammlungen, Frühschoppen, Ständchen oder dem Besuch von Festen.
Zu den kirchlichen Anläßen im Jahreskreis (wie Palmsonntag, Erstkommunion, Fronleichnam, Erntedank, Allerheiligen, Weihnachten usw.), die wegen den beiden Kirchen, Arnsdorf und Lamprechtshausen meist doppelt anfallen, kommen auch noch die Begräbnisse, die meist von der Musikkapelle begleitet werden.
Ein besonderes Fest ist für alle Musikerinnen und Musiker natürlich die Hochzeit einer Kamaradin oder eines Kamaraden. Dieser Tag wird, sofern es das Brautpaar wünscht, zur Gänze von der Musikkapelle umrahmt. Im Jubeljahr 2000 waren es gleich drei Musiker, die von ihrer Kapelle am schönsten Tag des Lebens begleitet wurden.
Zu all diesen Terminen kommen noch jene Ausrückungen, die nicht alljährlich wiederkehrend sind, zum Beispiel Firmung, Einweihung von Gebäuden, Jubiläumsfeste von Ortsvereinen und so weiter.
Die Trachtenmusikkapelle Lamprechtshausen 2007
Als Heim der Trachtenmusikkapelle Lamprechtshausen wurde für viele Jahre der Keller der Gemeinde genützt. Dieser platzte aber durch die Größe der Kapelle bereits aus allen Nähten und ist auch vom musikalischen Standpunkt betrachtet (Akustik und Beleuchtung) bereits sehr veraltert. Seit September 2000 befindet sich die Kapelle in ihrem neuem, großen und modernen Proberaum.
Damit die Trachtenmusikkapelle Lamprechtshausen auch weiterhin einer der besten Klangkörper im Flachgau bleiben kann, ist die Ausbildung von Jungmusikern ein absolut notwendiges Muss. Dazu sei an dieser Stelle ein besonderer Dank dem Musikschulwerk und dem Kapellmeister für die musikalische Ausbildung sowie der Gemeinde Lamprechtshausen für die finanzielle Unterstützung ausgesprochen. Weiters gebührt ein herzlicher Dank allen Eltern und Erziehungsberechtigten, die ihre Kinder zu diesem Schritt im Leben motivieren und ihnen die Ausbildung zum Jungmusiker ermöglichen.